Digitale Sammlung

Neben herkömmlichem Bestandsaufbau bemüht sich die Staatliche Bibliothek Regensburg sehr intensiv auch um digitale Inhalte. Zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern werden wertvolle Sonderbestände nach und nach digital über unsere Seiten zur Verfügung gestellt.

Kooperation mit Google

 

Wichtigstes Element in der Digitalisierungsstrategie der Staatlichen Bibliothek Regensburg ist zweifelsohne die Massendigitalisierung.

Die Bayerische Staatsbibliothek digitalisiert in einer Public-Private-Partnership mit Google bereits seit 2007 große Teile ihres urheberrechtsfreien Bestandes. In diese Zusammenarbeit wurde auch die Staatliche Bibliothek Regensburg mit ausgewählten Beständen einbezogen.

Oberste Kriterien bei der Auswahl der Bestände waren, dass die Bücher nicht nur urheberrechtsfrei, sondern auch in der Bayerischen Staatsbibliothek nicht oder zumindest nicht in einer identischen Ausgabe vorhanden sind. Dazu wurde ein Katalogabgleich erstellt, der ergab, dass die Staatliche Bibliothek Regensburg 70 000 Bände besitzt, die beide genannten Merkmale aufweisen.

Im November 2012 wurde mit der Massendigitalisierung begonnen. Seit Ende 2015 sind knapp 70 000 Bände aus dem Bestand der SBR mit rund 14 Millionen Seiten digital verfügbar. Eine – gerade für eine verhältnismäßig kleine Bibliothek – gewaltige Zahl, was nur dank der großzügigen Hilfen von Seiten der Bayerischen Staatsbibliothek sowie des Einsatzes im eigenen Haus realisiert werden konnte. Die Staatliche Bibliothek Regensburg nimmt damit eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein.

Große Teile des gedruckten Erbe der ehemaligen Reichsstadt Regensburg werden damit weltweit sichtbar gemacht. Bei allen Bemühungen um die digitale Bereitstellung der Bestände spielt neben der deutlich verbesserten Benutzbarkeit, auch der Aspekt der Bestandserhaltung eine tragende Rolle, der so auch in der Bayerischen Verfassung verankert ist. „Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die kulturelle Überlieferung“ (Art. 3, Abs. 1, Satz 2), steht dort zu lesen.

Digitalisierte Bestände werden erfahrungsgemäß nicht mehr so oft physisch benutzt. Sie werden somit geschützt und die Überlieferungschance – auch in ihrer Materialität – für kommende Generationen deutlich verbessert.

Die Digitalisate sind sowohl über die Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek als u.a. auch über den Online-Katalog der Staatlichen Bibliothek Regensburg abrufbar. Eine Einspeisung der Daten erfolgt ferner auch in die europäische digitale Bibliothek „Europeana“ sowie in die Deutsche Digitale Bibliothek.

Regensburg in der Bayerische Landesbibliothek Online

Die wechselhafte Geschichte der Stadt Regensburg hat dazu geführt, dass sich das kulturelle Erbe Regensburgs seit dem 19. Jahrhundert auf verschiedene Institutionen in - aber vor allem auch außerhalb der Stadt verteilt.

Das großartige kulturelle Erbe Regensburgs soll der Welt in digitaler Form über das Internet frei zugänglich gemacht werden. Dazu haben sich vier Partner, das Stadtarchiv Regensburg, die Staatliche Bibliothek Regensburg, die Universitätsbibliothek Regensburg und die Bayerische Staatsbibliothek München zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen.

Über das Internetportal der Bayerischen Landesbibliothek Online sollen künftig digitale Inhalte aus und zu Regensburg angeboten werden. Dies lässt Teile der kulturellen Überlieferung der alten Reichsstadt virtuell wiedererstehen, ohne die wertvollen Bestände neuerlich dislozieren zu müssen und beendet damit die endlose „Beutekunst-Diskussion“ mit einem großartigen gemeinsamen Projekt.

Der Schwerpunkt Regensburg innerhalb der Bayerischen Landesbibliothek Online soll dabei als Prototyp für ein Regionalportal im Web für digitalisierte, historische Materialien aller Art, vom wertvollen Druck und dem seltenen Zeitungsband über unikale Archivalien bis hin zu einzigartigen Handschriften, archäologischen Grabungsberichten, Denkmälerinventaren oder Bildern und Skulpturen etc. werden. Das Portal ist seit Mai 2010 online.

> zur Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO)

Regensburger Reichsstädtische Bibliothek Online

 

Die Regensburger Ratsbibliothek, Mitte des 14. Jahrhunderts erstmals erwähnt, ist eine der am frühesten bezeugten Bibliotheken dieses Typs in Deutschland. 1783 erfolgte die Vereinigung der Ratsbibliothek mit den Büchersammlungen des Gymnasiums Poeticum (seit 1551) sowie des evangelischen Ministeriums zur reichsstädtischen Stadtbibliothek von Regensburg.

Das Ergebnis dieser Zusammenlegung war eine "der sehenswerthesten Merkwürdigkeiten Regensburgs" wie Friedrich Karl Gottlob Hirsching in seiner 1790 erschienenen Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Deutschlands bemerkte.

Als 1810 Regensburg zum Königreich Bayern kam, wurde diese kommunale Bibliothek aufgegeben. Der größte Teil der Handschriften und seltenen Drucke gelangte in die Bayerische Staatsbibliothek nach München, der in Regensburg verbliebene Fundus ging in die 1816 gegründete königliche Kreisbibliothek (die heutige Staatliche Bibliothek Regensburg) ein.

Ziel des Projektes ist es, zusammen mit den Projektpartner BSB, Stadtarchiv Regensburg sowie Universität Regensburg (Lehrstuhl für bayerische Landesgeschichte und Universitätsbibliothek), die Bibliothek in Teilen digital zu rekonstruieren.

Die Projektkoordination obliegt der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Auf einer Projektseite werden in einem ersten Schritt 39 Handschriften aus dem Besitz der reichsstädtischen Stadtbibliothek Regensburg, allerdings unter Aussparung der im 16. Jahrhundert aus dem Kloster Prüfening hierher gelangten Manuskripte, aus dem Fundus der Bayerischen Staatsbibliothek digital zugänglich gemacht.

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