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Stadt-Poesie/ Ville poétique. Eine deutsch-französische Lesung.

(c) Hector Ruiz

Deutsch-französische Lesung mit James Noël (Haiti/Frankreich) und Hector Ruiz (Québec, Kanada) am Mittwoch, 13. Juni 2018, 19 Uhr in der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten.

Unter dem Titel „Stadt-Poesie/Ville poétique“ findet am 13.6.18, 19 Uhr, in der Staatlichen Bibliothek Regensburg eine deutsch-französische Lesung mit den Autoren James Noël aus Haiti und Hector Ruiz aus Québec, Kanada, statt. Die beiden Vertreter des frankophonen Amerika bringen in ihren Gedichten ihren Blick auf die Stadt zum Ausdruck, sei es Montréal, Port-au-Prince oder der urbane Raum an sich. Neben ausgewählten Texten der Autoren wird eine Reihe von deutschsprachigen Gedichten mit ihren Sichtweisen des großstädtischen Lebens vom Beginn der industriellen Moderne bis heute präsentiert.

Als Flaneur des 21. Jahrhunderts nimmt Hector Ruiz das ziellose Schlendern durch seine kanadische Heimatstadt als Ausgangspunkt für sein Schreiben. Seine Gedichtbände erkunden die Möglichkeit, die Großstadt, die Welt an sich, bewohnbar zu machen. Sie schildern eine Bewegung durch innere wie äußere Landschaften und die Sprache selbst, die der Sehnsucht nach zwischenmenschlichen Begegnungen entspringt. Bei der Lesung präsentiert der Autor, Dozent und engagierte Akteur der poetischen Szene Québecs Auszüge aus seinen Gedichtbänden Désert et renard du désert (2015), Gestes domestiques (2011) und Qui s’installe? (2008).

Der vielfach ausgezeichnete James Noël zählt zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren Haitis. Von seinem Lebensmittelpunkt in Nordfrankreich aus vagabundiert er durch die Metropolen der Welt, um an Schreibresidenzen und literarischen Events teilzunehmen. Seine zahlreichen Gedichtbände prangern soziale Missstände an, ebenso wie sie Schönheit besingen. In einer Auswahl von Gedichten, die nun auf Deutsch bei Litradukt erscheint, lädt der Dichter zu „Stadtgängen“ ein. In diesen begehrt er auf gegen die öffentliche Ordnung, das Elend, die Gewalt, den Dreck und das Tempo der Großstadt. Vereinzelt stimmt er Hymnen an auf das Erfreuliche, das ihm begegnet, etwa das Bier Montréals und die größte aller Raubkatzen. Die Stadt-Ansichten der Autoren werden um die deutschsprachiger Dichterinnen und Dichter ergänzt. Studierende der Universität Regensburg tragen eine Auswahl von Gedichten aus dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor, in denen unterschiedliche Facetten des urbanen Lebens geschildert werden wie Glück und Verzweiflung, Kälte und Härte, Bewegtheit, Rhythmus und Musik der Stadt. Besprochen werden die deutsche und die französische Hauptstadt ebenso wie Regensburg, das das Herz des Dichters höher schlagen lässt.

Die Lesung sowie die anschließende Diskussionsrunde finden auf Deutsch und Französisch statt. Der Eintritt ist frei. Um vorherige Anmeldung unter jana.nuernberger@ur.de wird gebeten.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Institute für Romanistik und Germanistik sowie des Zentrums für Sprache und Kommunikation der Universität Regensburg und der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Sie wird gefördert durch die Universitätsstiftung Pro Arte, das Bureau de coopération univeristaire à Munich und die Association internationale des études québécoises.

Hinweis in der Rundschau vom 06.06.2018 (PDF, 1 Seite)

 

 

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